Phantastikpreis für Cornelia Funke
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| Der Wetzlarer Oberbürgermeister Wolfram Dette überreicht Cornelia Funke die Urkunde. |
Große Aufregeung und Freude herrschten am zweiten Septemberwochenende in der Stadt Wetzlar. Trotz ihres derzeit großen Termindrucks kam Cornelia Funke, um den ihr für ihren Jugendroman "Tintenherz" verliehenen Phantastikpreis persönlich entgegenzunehmen.
Damit ist sie die 21. Preisträgerin des heute mit 4000,- ¤ dotierten Literaturpreises, der jedes Jahr im Rahmen der Wetzlarer Tage der Phantastik vergeben wird. Eine 14-köpfige Jury hatte "Tintenherz" im Lauf des vergangenen Jahres aus über 180 Einsendungen ausgewählt, weil der Roman nicht nur durch seinen spannenden Plot überzeugte, sondern sich auch durch hohe literarische Qualität auszeichnet. Oberbürgermeister Wolfram Dette, der den Preis am Abend des 10. September überreichte, lobte außerdem die Thematik. Die Liebe zu Büchern und das Bewusstsein, dass man Geschichten durch Vorlesen im wahrsten Sinne des Wortes "lebendig" machen kann, passten hervorragend in die gegenwärtige bildungspolitische Diskussion.
Der ehemalige hessische Innenminister Gerhard Bökel ließ in seiner Laudatio erkennen, dass er im Rahmen der Vorbereitung seiner Rede selbst zum "Funke-Fan" geworden war. Er hatte nicht nur "Tintenherz" gelesen, sondern sich auch einige andere Bücher vorgenommen, um der Faszination der Autorin auf die Spur zu kommen. Derzeit lese er die "Wilden Hühner", gab er nach seiner charmanten Ansprache zu.
Cornelia Funke freute sich über die Verleihung des Preises. Phantastische Literatur würde in Deutschland noch immer viel zu gering berwertet, sagte sie. Dass es in Wetzlar einen eigenen Phantastikpreis gebe und mit der Phantastischen Bibliothek eine Institution, die sich ausschließlich diesem Genre verschrieben habe, empfinde sie als große Bereicherung.
Ihr Preisgeld spendet sie in vollem Umfang der Flüchtlingsorganisation "Exilio", die sich besonders um traumatisierte Kinder kümmert. Diesem positiven Vorbild schloss sich die Phantastische Bibliothek Wetzlar an, die ein Drittel der Einnahmen einer kurzfristig organisierten Lesung der Autorin ebenfalls an "Exilio" weiterleitet.
Maren Bonacker
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